Luftlinientarif der GÖVB darf keine Luftnummer werden

16. 05. 2019

Die von den Göttinger Verkehrsbetrieben vorgestellte Handy-Anwendung für einen „Luftlinientarif“ stößt beim Fahrgastverband PRO BAHN auf Skepsis.
„Grundsätzlich sind Innovationen durchaus zu loben, allerdings dürfen die Fahrgäste nicht als Versuchskaninchen missbraucht werden“, kritisiert der PRO BAHN-Regionalvorsitzende Gerd Aschoff. Dass die Fairtiq-App noch nicht voll ausgereift ist, erkenne man schon an den Schwierigkeiten, diese zu installieren. Davon zeugen zahlreiche Kritiken auf Facebook. „Auch bei mir hat die App meine Daten erst beim zweiten Installationsversuch angenommen“, berichtet Aschoff. Irritierend sei zudem die Anzeige, die App sei für die Schweiz und Liechtenstein erstellt. Erst nach Abschluss der Installation gebe sich die App als Göttinger Anwendung zu erkennen.
Aschoff weiter: „Wir erwarten eine einheitliche und deutschlandweite Tarif-App, die nicht nur auf einer kleinen Insel anwendbar ist. Eine Ausweitung auf den Verkehrsverbund Südniedersachsen ist aus Fahrgastsicht zwingend. Es kann doch nicht sein, dass jeder Verkehrsbetrieb an seiner eigenen App mit eigenem Tarif werkelt! Das versteht kein Fahrgast.“ Über den Verband Deutscher Verkehrsbetriebe (VDV) müsse erreicht werden, dass den Fahrgästen eine flächendeckende App angeboten wird, die im übrigen auch Fahrplanauskünfte in Echtzeit integriert. Aschoff: „Die besten Fachleute für solche Innovationen sind immer noch die Fahrgäste. Die können den Verkehrsbetrieben genau sagen, welche Innovationen nötig sind – wenn sie denn früh genug gefragt werden.“

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Luftlinientarif der GÖVB darf keine Luftnummer werden